Die Dachgeschosse und das ehemalige Kellergeschoss wurden ausgebaut, um zusätzliche Wohnfläche und Hobbyraum zu gewinnen. Mittels einer Galerie wurden das Kellergeschoss mit dem Erdgeschoss sowie das Dachgeschoss mit dem darunterliegenden 3. Obergeschoss verbunden. Dies bringt Licht und Großzügigkeit in den Keller sowie Weite und Großzügigkeit in das Dach. Da das Haus sehr schmal ist, wurde der Grundriss als Maisonette organisiert. Der obere Flurbereich schließt sich im Halbrund zur Innentreppe und wird über Oberlichtfenster natürlich belichtet.
In Bezug auf das „wachsende Haus“ wurde das Dachgeschoss gegen den Flur mit einer gemeinsamen Tür abgeschlossen. Die Türen dahinter sind ebenso als Wohnungseingangstüren ausgebildet. Je nach Bedarf lässt sich das Wohnatelier mit Fassadenverglasung zur Terrasse, kleinem Kücheneinbau und Minibad mit der gegenüberliegenden Wohnung verbinden oder getrennt vermieten.

Großzügige Dachverglasungen aus Stahlelementen lassen das Himmelslicht herein. Dabei schafft der minimale Steg eine fast ununterbrochene Glasfläche. Die Aufsparrendämmung ermöglicht zusätzliche optische Raumhöhe, da der Raum zwischen den Sparren als Luftraum wirkt.
An der Fassade wurde der Drempelbereich mit einer Lärchenholzverlattung abgeschlossen. Dahinter liegt ein Holzgeländer und die Fenster des ehemaligen Dachbodens. Durch diese Verlattung ist es möglich, nach unten zu schauen, ohne dass die einheitliche Fassadenfläche optisch eingeschnitten würde. Andererseits sitzt man nicht, wie sonst meistens üblich, hinter einer gemauerten Brüstungswand.

Im Keller befindet sich das „Kleopatrabad“. Anstelle des ehemaligen Toilettenanbaues wurde ein Baukörper gesetzt, der eine in den Boden eingesetzte Wanne beinhaltet. Hier kann man zum Bade „hinabschreiten“. Äußerlich wurde auch hier Metallverblechung des Anbaues gegen historische Putzfassade gesetzt.
Modernes Bauen wurde in Zusammenhang mit der Bewahrung und der Anlehnung an die historische Bausubstanz gebracht. Dieser alternative Weg der Rekonstruktion eines bereits aufgegebenen Gebäudes ist die „andere Art der Sanierung“, die Hightech mit Historie unter Einbindung moderner künstlerischer Gestaltungsformen anstatt historisierender Stuckverblendung verbindet.


Zu diesem Projekt können Sie zwei Infoblätter im PDF-Format herunterladen:
PDF Borodin 17 innen 1 1
PDF Borodin 17 innen 2 2